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Samstag, 6. August 2016

Ich mach mal kurz pieeeep!

Ich hab schon lange nix mehr von mir hören lassen, ich weiß.
Zum Einen brauch(t)e ich einfach eine Pause vom Nähstress und ich war auch nicht wirklich 
in Stimmung wegen dem Hochwasser und allem was so passiert ist.
Zum Anderen kommen jetzt auch noch die Sommerferien dazu, und in meinem Nähzimmer
zu Hause ist es im Sommer auch immer unerträglich heiß, also geht da momentan nicht 
wirklich viel. 
Aber gestern Abend hat mich die Lust gepackt. Einfach mal was zu Nähen, ohne es zu "müssen".
Ich hab nämlich auch allen Stoffvernäh-Gruppen Adieu gesagt, in denen ich so war.
Weil mir einfach alles zu viel wurde. Klar, liebe ich die neuen (geschenkten!!) Stoffe sehr, wer würde das nicht tun. Aber ich konnte mit dem Druck nicht mehr wirklich umgehen, immer was tolles abliefern zu müssen. Tolle Fotos machen, bearbeiten, posten, dies und das.......
Tja also hab ich mich selber von diesem Druck (den ich mir schon selbst machte, nicht die anderen) befreit und bin überall ausgestiegen.
Und ich muss sagen, es tut gut. Sehr gut sogar. Ich fühl mich wieder frei und unbelastet.
Kein Stress, kein muss, kein soll......
Einfach durchatmen und das tun was man selber möchte.
Fühlt sich sehr gut an.
Erst dachte ich, ich kann nicht ohne diese Gruppen sein, denn wenn ich nicht mitmache, dann bin ich nichts..... einfach nicht dabei..... unter den "besten"..... Hört sich jetzt blöd an, ja ich weiß.
Aber ich war immer sehr stolz drauf, bei den (vielleicht) besten Mädels der Nähszene mitnähen zu dürfen. Es war mir immer wichtig, dabei zu sein, abzuliefern, Lob zu kassieren..... 
Tja, bis einem plötzlich alles genommen wird, wofür man so lange gearbeitet hat. Und dann merkt man plötzlich, was wirklich wichtig ist. 
Ich sollte nicht immer nur für andere arbeiten, sondern für mich selber. Mir ist aufgefallen, dass ich so gut wie gar keine Designbeispiele für meine eigenen Stoffe genäht habe. Dafür war eigentlich nie Zeit. Geschweigedenn, dass ich überhaupt ein paar meiner Stoffe selber vernäht hätte, eigentlich kaum. Also musste nun was anders werden. Also nähe ich nun für mich. Einfach so, oder auch für meinen Laden, oder für Fotos meiner Stoffe, oder Stoffe die ich mir privat gekauft habe, einfach weil ich sie so toll fand...... mal sehen, ich hab ja grad erst wieder damit angefangen. Ich hab ja jetzt wochenlang überhaupt nicht genäht. Aber langsam wirds wieder mit der Nählust. Und wie gesagt, gestern Abend hatte ich plötzlich Bock ein Kleidchen zu nähen.
Einer meiner liebsten Sommerkleidchen-Schnitte ist ja die Amia von Kibadoo. 
So eine wollte ich schon lange mal wieder nähen. 
Ich hab nicht lange überlegt welchen Stoff ich nehme, ich hab einfach einen genommen, der da grad so da lag, ganz oben auf dem Haufen (den ich endlich mal aufräumen sollte *hust*), und dann hab ich auch gar nicht lange überlegt was dazu passt sondern einfach nach dem nächst besten gegriffen, der mir gefallen hat. Bestickt mit einer Zwergenschön-Datei "Mixomagic", die ich mir auch schon länger gekauft hatte, und dann gings los. Meine zu-Hause-Stickmaschine hat leider eine Macke, deshalb musste ich ganz viel fluchen unterm Sticken und ein paar Mal wieder von vorne beginnen, aber letztendlich wars dann gegen 1 Uhr morgens fertig *lol*. 
Das erste Kleid in Gr. 128, das ich für meine Puppe genäht habe........ HILFE jetzt ist sie groß. 

Und das ist das Ergebnis:







Schnitt: Amia von Kibadoo
Stickdatei: Mix-o-Magic und Fairy Pilze von www.zwergenschoen.com


So, schön wenn du es bis hierher geschafft hast.
Nun bin ich auch schon am Ende meines heutigen Posts...... 
Ich hoffe, du schaust mal wieder vorbei.

Bis bald,
Euer kuschelsterndal

Mittwoch, 22. Juni 2016

Neues von Erbsünde!

Bereits vor ein paar Wochen, bevor wir in den Urlaub nach Kroatien gefahren sind, hab ich mal wieder was für die liebe Ilka von Erbsünde nähen dürfen. Ein absolutes Lieblings-Basic-Teil. Das Kinderkleid Preciosa. Ihre Schnitt-Namen sind ja bekanntlich alle in Latein, und Preciosa bedeutet kostbar. Das Kleidchen kann man in Jersey oder Webware nähen, mit verschiedenen Ärmeln und in verschiedenen Längen. Ich mag es total gerne. Es sitzt einfach schön und ist auch ohne viel Schnickschnack sehr mädchenhaft. Die Preciosa ist vom Schnitt her an die Damen-Delicia angelehnt, die ich ja gerne rauf und runter nähe. ;-)
Ich hab ein paar aus Jersey genäht und auch eine aus Webware.
Ausserdem gibts noch zwei andere Schnitte ab heute bei Erbsünde im Angebot, eine Beanie und ein Shirt. Und das alles momentan sogar noch mit Sommer-Rabatt. Seht hier: <<<KLICK>>>

So, jetzt aber unsere Fotos von dem neuen Lieblingsstück:

 Hier mit langen Trompetenärmeln. Den schönen Herzen-Jersey gibts nach meiner Hochwasser-Zwangspause wieder bei mir im Laden..... etwas müsst ihr Euch aber leider noch gedulden. ;-) 























So jetzt dann aber noch endlich die Webware-Version:


Die Webware-Version ist hinten geschlitzt für ein besseres An- und Ausziehen. 
Man kann es entweder mit Bindeband oder mit Hakenverschluss nähen. 
Beim nächsten Mal würde ich den Haken bevorzugen, aber hier hatte ich grad keinen zur Hand.
Mein dünnes Satinbändchen ist leider sehr schnell ausgerissen, also lieber eine Jerseynudel nehmen oder sonst ein stabileres Bindeband.  ;-) 










So jetzt hab ich Euch ganz schön zugespammt.....
Ein paar schon fertige Probenäh-Teilchen hätte ich hier noch liegen, aber
ich hab noch keine Fotos davon gemacht. 
Bin noch nicht so wirklich in Stimmung dazu. 
Ich hoffe, das kommt bald wieder.
Meinem Knie gehts auch schon besser, ich kann schon wieder ohne Krücken laufen.
Dafür hab ich jetzt eine nette Sommergrippe.... auch nicht schlecht zur Abwechslung....
*hachz*..... ist nicht mein Sommer......

Ich werd mich jetzt noch ein bisschen auskurieren und 
wünsch Euch einen schönen Tag!

Euer
kuschelsterndal. 







Donnerstag, 16. Juni 2016

Der Tag an dem die Flut kam.....

Jetzt ist es bereits 16 Tage her, daß ich (wahrscheinlich) den Schock meines Lebens hatte.
An diesem Tag hatte es schon den ganzen Vormittag geregnet. Ziemlich heftig sogar. Irgendwie anders als sonst. 
Ich war in der Arbeit. In meinem kleinen Lädchen. Ich saß an der Nähmaschine, machte Kundenaufträge fertig, ließ meine Gedanken kreisen..... Am Abend wollten mein Mann und ich Essen gehen. Es war unser 10. Jahrestag. Ich freute mich schon auf den Abend, da wir sowieso viel zu wenig Zeit miteinander verbringen...... Ich dachte drüber nach, was ich mir wohl bestellen würde. Dann sah ich wieder aus dem Fenster. Ich dachte mir, jetzt darfs dann mal aufhören, denn die ganze Straße war schon sehr mit Pfützen übersäht. Hinten raus im Hof gehts raus zu einem kleinen Garten, der an einem extremen Steilhang mit vielen, riesen Bäumen endet. Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, kann ich raus zu dem Hang sehen. Ich sah schon sehr viel Wasser dort runterkommen und ging hinten zur Türe raus um nachzusehen. Die Regenrinnen liefen schon über und zwischen meinem Lädchen und dem Nachbarhaus, das nur ein paar Zentimeter daneben steht, befindet sich ein Gulli, der schon total verstopft war und schon eine große Pfütze bildete. Ich dachte nur, Mensch jetzt wird´s aber knapp, nicht dass mir das alles ins Büro rein läuft. Ich dachte, wird schon nichts schlimmes passieren, und ging wieder rein. Dann hab ich wieder ein paar Bestellungen im Onlineshop bestätigt, nachgesehen ob der Stoff noch da war..... vorne zur Eingangstür rausgeschaut...... gesehen dass die Rinnen zum Bürgersteig hin schon ziemlich voll mit Regenwasser waren...... es war aber noch klares, sauberes Wasser, und auf dem Gehweg war es noch nicht, stand aber schon knapp an der Kante. 
Also ging ich wieder rein, setzte mich wieder an die Hose, die ich kürzen sollte. 
Ungefähr 5 Minuten später kam eine Kundin/Bekannte rein und schrie: "Sandra, Sandra!!!! Schnell schau!!!!". Ich dachte, was ist denn jetzt los? Dann schauten wir zur Türe raus und eine gewaltige, braune Welle bahnte sich ihren Weg durch den ganzen Marktplatz. Erst noch auf der anderen Seite und dann auch in der Mitte, dann floß es zu uns rüber. Bis zur Gehsteig-Kante..... ich dachte nur, ich muss ein Foto machen für meinen Mann, damit er sieht was hier los ist..... keine Ahnung warum ich das dachte..... Dann schoß mir in den Kopf "oh Gott, was ist wenn diese Brühe hier rein läuft?" Ich schnappte instinktiv (immer noch mit dem Tablet in der Hand, mit dem ich eigentlich fotografieren wollte) ein paar Stoffballen, die direkt auf dem Boden waren und schmiss sie auf den Zuschneidetisch..... dachte kurz: was soll/kann ich noch retten??..... Mein Herz schlug mir bis zum Kopf hinauf...... ich konnte kaum atmen. Ich fühlte mich wie nach einem Marathon-Lauf..... mein Puls war bestimmt über 200...... ich konnte meinen Herzschlag in den Augen spüren..... Wir standen nur da und schrien...... was soll ich machen? was soll ich machen??? Wir müssen was vor die Türe stellen!!!!! Aber was????? Nein, die Stoffballen will ich nicht nehmen, die gehen doch kaputt???? Und kosten so viel Geld????..... ich hatte nichts, was ich hinstellen oder legen konnte, um das Wasser aufzuhalten. Dann kam das erste braune Wasser auch schon herein...... Meine Kundin musste weg, ihre Kinder holen...... sie hat es wohl gerade noch zum Auto geschafft, bevor die wirklich große Welle kam...... Sekunden später schoß das Wasser schon in Strömen herein.... ich fühlte mich wie gelähmt, habe kaum Luft bekommen....... ich dachte kurz drüber nach, was ich mit nach oben nehmen soll.... Telefon..... ich brauch das Telefon...... und den Laptop..... meine Fotos.... meine ganzen Erinnerungen..... ich riß den Laptop aus der Steckdose und dachte noch kurz: "Oh nein!!!! meine Nähmaschinen sind alle noch an!!! Und die Mehrfachsteckdosen alle am Boden unten..... Ich hab noch kurz überlegt sie alle auszumachen und auszustecken, aber es war schon zu spät. Das Wasser kam bereits ins Büro gelaufen..... also lief ich mit Telefon und Laptop nach oben in den ersten Stock..... bereits auf der Mitte der Treppe sah ich eine gewaltige Welle in den Flur schießen. Es wurde laut. Sehr laut. Ein Rauschen und Blubbern...... als ob man eine Kajackfahrt in einem Wildwasserkanal machen würde. Mein Herz klopfte immer noch als ob ich grad einen Sprint hingelegt hätte. Ich hatte Mühe richtig zu atmen...... ich lief immer auf und ab, sah oben zum Fenster raus, sah mein Auto und viele, viele andere im tiefen Wasser stehen, wackelnd, als ob es gleich davonschwimmen würde...... das Wasser bis zu den Scheibenwischern..... dann dachte ich nur: Oh Gott, ich kann mir doch kein neues Auto leisten..... wie soll ich dann zur Arbeit kommen? Noch gar nicht begriffen, dass ich jetzt eigentlich keine Arbeit mehr hab........ Ich hatte totale Panik, dachte nur, beruhig dich, dein Blutdruck....... mir wurde ganz schwindelig und schwarz vor den Augen..... ich musste mich hinsetzten...... ich saß kurz am Boden....... hab versucht ruhiger zu atmen..... meinen Kreislauf in Griff zu kriegen..... was soll ich jetzt tun? Meinen Mann anrufen...... ich hab nur ins Telefon gebrüllt, ich konnte nicht normal sprechen...... ich schrie nur: Wasser!!!!!! es ist überall Wasser!!!!  alles ist kaputt,, ich habe nix mehr, gar nix mehr........ mein Auto, mein Auto....... er ist sofort losgefahren, nichts ahnend wie gefährlich das eigentlich war. Denn er arbeitet in Simbach, das von der Flut nur Minuten später so gewaltig getroffen wurde, wie es schlimmer nicht sein könnte. 
Ich hörte im Hintergrund nur das Rauschen des Wassers. Draussen hatte sich der Pegel schon beruhigt. Das Wasser floss ein bisschen ruhiger durch den Marktplatz. Ich sah aus dem Fenster schwimmende Wollknäuel...... das waren mal meine....und  durch alle Türen drückte die braune Brühe in meinen Laden, das Lager, das Badezimmer, den Flur..... ich dachte, ich muss das jetzt filmen.... vielleicht muss ich jetzt sterben weil das alte Haus einstürzt und den Wassermassen nicht standhält..... irgendjemand muss dann ja sehen, was mit mir passiert ist..... oder vielleicht muss ich das für die Versicherung festhalten? Vielleicht zahlen die dann? Viele verschiedene Gedanken stießen mir durch den Kopf...... der Strom, ich musste den Strom abstellen.... verzweifelt suchte ich irgendeinen Hauptschalter im Sicherungskasten, der sich im ersten Stock befindet. Ich konnte keinen finden...... meine Hände zitterten ganz furchtbar......total panisch drückte ich einfach alle Schalter nach unten, in der Hoffnung, dass unten kein Strom mehr ist, wo das Wasser stand..... aber das Licht brannte im Büro noch...... ich konnte keine Sicherung mehr finden...... ich ging mit dem Handy die Treppe runter.... plötzlich fiel das Licht aus..... es war dunkel.... total dunkel...... als ob es Nacht wäre, Aber es war Mittag....... tausend Gedanken...... dann fiel mir meine Tochter ein, die ich gerade abholen sollte..... Oma.... ich muss Oma anrufen...... Oma muss die Kinder holen..... ich hab nur noch ins Telefon gebrüllt..... ich konnte keinen klaren Satz mehr fassen....... dann ging ich wieder runter, sah das Wasser aus der Bürotüre schießen........ beim Aufmachen der Türe dachte ich noch, lass mich jetzt keinen Stromschlag kriegen..... und oh Gott, meine Stoffe..... meine schönen Stoffe...... und meine Maschinen.... ich kann mir doch keine neuen Maschinen kaufen.....hoffentlich gehen die noch...... dann lief ich durch mein kleines Lädchen, eiskaltes, dreckiges Wasser bis fast zu den Knien.... ich hab es nicht gespürt...... ich lief zur Türe um sie wieder zuzumachen, damit nicht noch mehr Wolle davon schwimmen würde...... es roch komisch nach Erde....... dann gingen die Sirenen los...... ich lief wieder nach oben um aus dem Fenster zu sehen.... überall Menschen am Fenster...... ich hab nur noch geheult..... ich war total panisch..... hab gezittert, alles hat mir weh getan..... war klatschnass von unten bis oben...... die ersten Feuerwehren trafen ein.... konnten aber noch nicht durch den Marktplatz fahren, weil das Wasser noch stand.... Oma ruft an.... den Kindern geht es gut, sie sind jetzt zu Hause.... erstes Aufatmen. Das war das wichtigste. Mein Herzschlag ging etwas runter..... dann dachte ich, ich muss ja die Türe unten wieder aufmachen, damit das Wasser wieder rausfließen kann..... also ging ich wieder runter weil ich sah dass draussen das Wasser langsam weniger wurde. Ich machte die Türe auf, sah ein Schnitzel mit Zitrone vorbeischwimmen........ Flaschen, Zigarettenschachteln........ Müll, Äste.......... ein paar Wollknäuel von mir..... ein paar schöne Kosmetiktäschen schwammen auch davon, liebevoll bestickt mit Carlitos, meinem Lieblingszwerg, und ich dachte kurz darüber nach, ihnen nachzulaufen und sie zu retten....... der Gedanke war aber nur sehr kurz..... 
Zwischendrin bin ich immer wieder mal hoch zu meinem Laptop, Fotos posten.... es war mir ein unglaubliches Bedürfnis, der Welt mitzuteilen, was hier gerade geschieht. Keine Ahnung warum, aber ich musste es einfach tun...... viele Nachrichten..... viele Reaktionen, wie es mir geht...... dann keine Sirenen mehr, Stromausfall.... Telefon war weg... Handy ging noch kurz, dann nicht mehr.... dann schon wieder.....dann unglaublicher Durst, ich hatte plötzlich so arg Durst..... ich wusste auf dem Bügelbrett steht noch meine Flasche von heute Vormittag...... wieder runter durch das Wasser.... das Bügelbrett war weg.....ich dachte mir noch, nein aus dem Wasserhahn kannst du jetzt bestimmt nichts trinken.... dann hab ich weitergesucht und auf dem Regal noch eine Wasserflasche gefunden..... Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr..... ich hab sie nicht verstanden..... irgendwas von im oberen Bereich der Häuser bleiben? Ich verstand nix..... das Wasser war so laut...... dann kam mein Mann mit dem großen Traktor, denn mit dem Auto haben sie ihn gar nicht reingelassen nach Tann..... ich weiß gar nicht mehr was er gesagt hat...... es lief alles ab wie in einem Film..... als ob ich gerade im Kino sitze und einen unglaublichen Film ansehen würde. Ich stand total neben mir. Ich dachte nur noch, das war´s jetzt mit meinem Traum..... ein Jahr lang konnte ich ihn ausleben, und jetzt war´s das..... ich kann das alles niemals bezahlen...... ich war total geschockt. Dann lief das Wasser langsam ab...... übrig blieben ein paar Pfützen und glitschiger, ekliger, schleimiger Schlamm, der sich in jeder Ritze und in jeden Regalboden meines Ladens breit gemacht hatte. Überall verstreut nasse, dreckige Wollknäuel, braungefärbte, durchtränkte Stoffballen..... Geschenke, die keine mehr waren...... Müll der nicht von mir war..... Zigarettenstumpen, Essensreste, leere Flaschen von denen ich nicht weiß, wo die her kamen..... eine tote Maus, ein toter Vogel......viele Spinnen und Käfer......Dreck, überall Dreck....... 
Ich konnte mich nicht bewegen...... ich saß da und schaute ins Leere....... ich konnte nicht begreifen, dass das alles jetzt wirklich passiert war. 
Draussen war das Wasser schon wieder weg.... viele Feuerwehren kamen jetzt und haben mit dem Schlauch den Schlamm weggespült. Der Marktplatz war kurze Zeit später schon wieder sauber. Als ob nie was gewesen wäre....... jetzt konnte ich mir noch weniger vorstellen, dass das alles gerade wirklich passiert war. 
In der Zwischenzeit die schlimmen Nachrichten aus Simbach..... sie hat es noch viel schlimmer getroffen..... meterhohes Wasser, zerstörte Häuser, tote Menschen...... viele Vermisste...... keine Straßen und Brücken mehr.... ich fühlte mich wie in einem schlechten Horrorfilm..... viele Verwandte und Bekannte, die jetzt kein Zuhause mehr haben, alles verloren haben...... oh Gott, das darf nicht wahr sein..... hoffentlich erwache ich gleich aus diesem Albtraum..... ich bin aber nicht aufgewacht. Es war echt........
Kurze Zeit später kam auch schon mein Schwager, der extra schnell einen Naßsauger gekauft hat, bevor es keinen mehr zu kaufen gibt und hat sofort angefangen, den Schlamm wegzusaugen. Als hochwasser-erfahrener Passauer wusste er wohl, dass das schnell gehen muss, bevor es zu stinken anfängt. Grad mal 1-2 Stunden später war drinnen der Boden schon vom gröbsten Schlamm befreit, und mein Mann und meine Schwägerin haben geputzt was grad so ging. Ich saß immer noch nur da und konnte mich kaum bewegen..... ich hab meine nassen Wollknäuel eingesammt. Ich dachte ich muss sie vielleicht zählen...... warum auch immer.... es waren über 600 Stück, bei 600 hab ich aufgehört zu zählen, weil es mir sinnlos erschien. Wir haben sie dann in Wannen nach draussen gestellt, vielleicht wollte sie ja jemand haben und waschen..... keine Ahnung..... als spät am Abend dann der gröbste Dreck bereits geputzt war und alles kaputte und nasse weggeräumt sah es gar nicht mehr so schlimm aus...... völlig fertig und kaputt sind wir dann um halb elf nach Hause gefahren. Am nächsten Morgen sind wir gleich wieder rein und ich dachte noch ganz naiv, naja nochmal ein bisschen putzen und viellicht wirds dann schon wieder..... aber als wir reingingen und aufs Laminat traten hat es immer nur "pffft, pffft, pffft" gemacht. Tja, der alte Teppichboden unterhalb hatte sich natürlich komplett mit Wasser und Schlamm vollgesogen. Jetzt war klar, dass ALLES raus musste, bevor es zu schimmeln begann. Ich war wieder völlig am Boden zerstört. Ich wusste gar nicht, wo wir als erstes überhaupt anfangen sollten. Im Lager stand noch das Wasser und der Schlamm, alle Kartons und Kisten die da standen waren voll mit der ganzen Kacke. Alles eingelagerte Winter- und Weihnachtszeug war kaputt. Ich wollte nicht mehr. Ich wollte aufgeben. Ich hatte gar keine Kraft und keinen Plan mehr. Aber ich kam gar nicht viel zum Nachdenken oder zum Verzweifeln, dann es kamen sehr schnell viele Helfer, die einfach alles einpackten und nach oben schleppten, was überlebt hatte und trocken geblieben ist. Auf nur einen Tag war der ganze Laden leer geräumt und die Regale abgebaut. So schnell konnte ich gar nicht schauen...... Ich war immer noch am zweifeln, ob ich das alles noch mal von vorne durchmachen möchte. Erst vor einem guten Jahr haben wir hier alles komplett renoviert und neu eingerichtet. Mit viel Aufwand, Zeit, Liebe und Herzblut. Nun ist alles kaputt......... schaffe ich das alles nochmal von vorne???? 

Aber dann kamen sehr schnell viele Hilfsangebote. Vor Ort helfende Hände, mit einem Elan, um den ich neidig bin, viele tröstende Worte, verrückte Näh-Hühner, die plötzlich Geld für mich sammelten, meine Nähkolleginnen die ich zum größten Teil nur aus Facebook oder Blogs kenne, die sich für mich und meinen Ponyhof einsetzen, damit er gerettet werden kann. Ich saß da und hab nur geheult weil ich es nicht fassen konnte, wie groß die Solidarität war/ist. Alle wollten und wollen mithelfen, dass ich meinen Laden wieder aufbauen kann. Viele kleine Spenden, die zusammen ein Großes ergeben, mehrere größere Spenden, die mich sprachlos machten, ein paar Lieferanten, die mich mit kleineren, oder auch unglaublich großzügigen Gutschriften überraschten....... meinem Nähpark, der alle meine Maschinen durchcheckt und repariert......
Ich bin echt geplättet......
Also MUSS es einfach weiter gehen.

Ich sage einfach nur DANKE an alle, die mich unterstützt haben und noch unterstützen werden.

Ihr seid der Wahnsinn!!!  Ohne Euch würde es den Ponyhof definitiv NICHT mehr geben!
Und wenn ich jetzt noch ein bisschen staatliche Unterstützung bekomme, wird alles wieder gut. 

Jetzt heißt es erst mal abwarten bis alles trocken ist und renovieren. Vielleicht schaff ich es, dass nächste Woche sogar der Online-Shop schon wieder läuft..... ich bin dran.... schließlich kommen die nächsten Tage viele schöne Stoffe, die ich zum Teil schon vor Wochen/Monaten geordert habe, die wollen ja verkauft werden. Dann hoffe ich noch, dass mein alter Elan wiederkehrt.... denn ein wenig überwiegt hier noch die Fassungslosigkeit über dieses gewaltige Ereignis.... 

Ich denke wir alle hier in diesem Landkreis könnten jetzt endlich ein paar Sonnenstrahlen gebrauchen, sowohl wettertechnisch, als auch seelisch.


Danke für´s bis-zum-Ende-lesen.

Euer
kuschelsterndal

Sonntag, 8. Mai 2016

So süß..... so maritim..... so sommerlich!!!

Das gibts ab heute Abend bei www.staghorn.de

Die süßen Staghorn-Füchse kennt ihr ja mittlerweile schon.
Nun fahren sie mit dem Segelboot aufs Meer hinaus....

Ich hab meiner Maus einen zuckersüße Kombi aus Issy (FeeFee) und
einer Yara-Caprihose (CZM) genäht.
Die kleinen Anker und die rosa Blockstreifen bekommt ihr ebenfalls bei Staghorn.

















Ich fürchte zwar, dass das schöne Outfit wegen der überwiegenden "Weißheit" nicht lange so schön bleibt bei meinem kleinen Dreckspatz, aber ich finds echt süß.
Und nun wünsch ich euch noch einen schönen Rest-Sonntag-Muttertags-Abend.

Bis bald,
Euer 
kuschelsterndal